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Veröffentlicht am Donnerstag, den 12. August 2010

Petition pro Netzneutralität

Abgelegt unter: Agemein,Politik,Zenſur — Hausherr @ 02.54 Uhr

Übernahme eines Artikels von Markus Beckedahl bei netzpolitik.org:

Auf pro-netzneutralitaet.de kann man diesen Aufruf unterzeichnen, der sich für eine gesetzliche Verankerung der Netzneutralität einsetzt. Wie man an den Erstunterzeichnern sehen kann, kommt die Initiative eher aus dem Oppositionsparteienlager, aber da sie jetzt dort unsere Positionen vertreten und diese in dem Aufruf stehen, kann man gerne mitzeichnen. Die Forderung kann man dann den einzelnen Parteien notfalls immer noch unter die Nase reiben, sollten sie sich bei einer zukünftigen Regierungsbeteiligung nicht mehr daran erinnern können/wollen.

Netzneutralität ist der Schlüssel zur Wahrung des freien Internets!
Wir wollen ein freies und offenes Internet sicherstellen.

Ein freies Internet ohne staatliche oder wirtschaftliche Eingriffe ist Garant für freien Meinungsaustausch weltweit und damit die direkte Ableitung des Rechts auf Meinungsfreiheit. Netzneutralität ist elementar für unsere Demokratie.

Netzneutralität fördert die Entfaltung kreativer und ökonomischer Potentiale und sichert damit das Innovationspotential des Internets. Die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft wird gestärkt wenn Entwicklungen frei online verfügbar sind und auch in neuen kollaborativen Ansätzen weiterentwickelt werden können. Innovationen brauchen Offenheit – die Möglichkeiten des Internets auf einige wenige Privileigierte zu beschränken, läuft dem entgegen.

Netzneutralität ist in unserer heutigen Gesellschaft sozial geboten. Sie verringert die digitale Spaltung, da die Übertragung von Internetinhalten nicht allein von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Anbietenden oder Nutzenden abhängig ist. Netzneutralität sichert somit den Zugang zu Wissen und Informationen unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsort, Einkommen, sozialer Schicht und ökonomischer Leistungsfähigkeit.

Die Aufgabe der Netzneutralität würde ein Zwei-Klassen Internet befördern, wo sich die großen Medien- und Internetkonzerne dieser Welt ihr eigenes Netz schaffen, und alternative und neue Anbieter damit verdrängt werden bzw. hinten anstehen müssten. Die zunehmende Kommerzialisierung vieler Dienstleistungen durch ein Aufbrechen der Netzneutralität im Internet und die damit einhergehende Monopolisierung, schränkt gerade die kreativen Potentiale des Internets und die Teilhabe daran erheblich ein. Ein Ende der Netzneutralität wäre innovationsfeindlich, da Neuentwicklungen ohne die finanzielle Ausstattung zum Erwerb der positiven Unterstützung der Internetanbieter, nicht mehr die Möglichkeit hätten sich einem Massenpublikum zu präsentieren. Bestehende Unternehmen könnten sich diesen priviligierten Zugang noch erkaufen, Neue meist nicht. Die Pluralität im Internet würde sinken und gefestigte Strukturen einseitig gestärkt.

Ohne Netzneutralität würde zunehmend eine Priorisierung durch die Internetanbieter stattfinden, entweder von eigenen Angeboten oder von Angeboten, die es sich leisten können, den privilegierten Zugang zu erwerben. Exklusive Partnerschaften zwischen Unternehmen würden zunehmen und gleichzeitig den wichtigen Grundsatz des freien Zugangs zum Internet künstlich beschränken. Die fatale Konsequenz: Statt Qualität, Sicherheit und Kreativität diktiert das Geld, welche Angebote im Internet nutzbar sind und welche nicht. Datenpakete würden nicht länger wie heute in den überwiegenden Fällen unabhängig von Inhalt und Anwendung gleichberechtigt übertragen werden.

Daher setzen wir uns für die neutrale Übermittlung von Daten im Internet, für die Netzneutralität, ein. Wir sehen mit dem möglichen Ende der Netzneutralität eine ganz erhebliche Gefahr für die digitale Gleichberechtigung und Teilhabe in Deutschland, Europa und der Welt . Das Ende der Netzneutralität wäre das Ende des freien Internets wie wir es kennen. Wir lehnen es mit aller Deutlichkeit ab, wenn Internetanbieter bereit sind, die Netzneutralität (und damit auch die Meinungsfreiheit im Internet) aufzugeben. Sei es , um diese als Spielball gegen staatliche Regulierung der Netzinfrastruktur einzusetzen oder sie aus Interessen der kurzfristigen Gewinnmaximierung zu missbrauchen. Vielmehr muss schneller und konsequenter in die Infrastruktur des Netzes investiert werden, statt die zunehmende Drosselung des Internets und Verknappung der Bandbreite voranzutreiben. Netzmanagement darf weder eine inhaltliche, politische noch ökonomische Kontrolle inne haben.

Netzneutralität ist notwendig für die zukünftige freie und kreative Entfaltung des Internets. Daher fordern wir die gesetzliche Verankerung der Netzneutralität.

Mitzeichnen können Sie hier.

Veröffentlicht am Sonntag, den 25. Juli 2010

Was vom Briefgeheimnis übrigbleibt

Abgelegt unter: Agemein,Politik — Hausherr @ 01.47 Uhr

Richard Gutjahr hat einen beachtenswerten Artikel zum neuen sogenannten E-Postbrief der Deutschen Post geschrieben und ist dazu gemeinsam mit dem recht bekannten Rechtsanwalt Udo Vetter in die Tiefen der zugehörigen AGB gestiegen:


Im Artikel heißt es:

Anlass meiner Anfrage bei der Deutschen Post war der Start des sog. E-Postbriefes. Die Deutsche Post bringe „das Briefgeheimnis ins Internet“, so der Claim des Gelben Riesen (siehe TV-Werbespot). Große Worte für eine prinzipiell gute Idee: Behördenvorgänge online erledigen, mehr Rechtssicherheit bei Vertragsabwicklungen, in der Tat, das wäre ein Gewinn.

(…)

Doch als ich beginne, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, das Kleingedruckte zu lesen, da zieht’s mir glatt die Schuhe aus: Verklauselierte Pflichten, die dem E-Post-Kunden auferlegt werden, die Weitergabe von Daten an Dritte, da werden Kopien aller Briefe angefertigt, die auch dann noch vorliegen, wenn man diese schon längst gelöscht haben will!

(…)

Zum Artikel bei Richard Gutjahr

Veröffentlicht am Freitag, den 11. Juni 2010

D D R – Unſer Vaterland

Abgelegt unter: Agemein,Kaleidoſcop,Politik,Zenſur — Hausherr @ 12.45 Uhr

Herzlich Willkommen in der Volksrepublik Deutschland, der ersten Kindermacht und Kinderschutzmacht auf deutschem Boden!

Wer hätte es gedacht? Bayern!

Mit der sogenannten “Initiative für ein sauberes Internet an bayerischen Schulen” ist Bayern das Musterland unter dem Schirm der “TIME for kids Foundation”. Die verantworten eine Filtersoftware für Schulen.

Wir erleben einen Vorgeschmack, was KinderNet heißt: netzpolitik.org ist jedenfalls raus. Bei denen handelt es sich schließlich auch um eine Brutstätte der entwicklungsbeeinträchtigenden Pornographie Subversion Information… wie auch immer, jedenfalls Dings, ähm, also gefährliches Internet.

Und nun, liebe Kinder, marsch, marsch! Auf zu den Gummibärchen! Der liebe Onkel Staatsratsvorsitzende Joachim paßt schon auf Euch auf.

via Thomas Stadler

Veröffentlicht am Montag, den 7. Juni 2010

Wenn es zu Hauſe wär’

Abgelegt unter: Agemein,Politik — Hausherr @ 01.58 Uhr

http://www.ifitwasmyhome.com/

via netzpolitik.org


Veröffentlicht am Montag, den 19. April 2010

Kampf kultureller Wertewelten – Warum das Internet die Geſellſchaft polariſiert

Abgelegt unter: Agemein,Politik,Zenſur — Hausherr @ 04.25 Uhr

Meinungsfreiheit ist nicht eines jeden Sache. Dies hat mein Hoster CINIPAC die letzten Tage leidvoll erfahren müssen, indem man dessen Server massiven sogenannten “DDoS-Angriffen” aussetzte. 40 bis 50 MBit Dauerlast pro Server sind für einen doch eher kleinen Anbieter ein erhebliches Problem. Und die Angriffe auf ihn verwundern nicht mehr, wenn man einen Blick auf dessen AGB geworfen hat. Zu leiden unter diesen Angriffen wider die Meinungsfreiheit und deren Schutzraum, den uns allen Kunden unser Hoster verschafft, hatte in der Folge natürlich auch ich. Häufig war meine Seite unerreichbar oder wurde nur unvollständig geladen. An eine Administration meiner Seite oder gar an die Einstellung neuer Artikel war nicht zu denken, der Upload des nachfolgenden Videos scheiterte an ständigen Verbindungsabbrüchen. Deshalb bin ich mit dem Beitrag einerseits zu spät. Denn eigentlich hätte er spätestens am Freitagmorgen stehen sollen.

Andererseits weist er über die Tagesereignisse deutlich hinaus, so daß ihm vielleicht die drei bis vier Tage Verspätung nicht allzu abträglich sein werden, wie ich hoffe.

Auf der re:publica 2010, die letzte Woche in Berlin stattfand, hat der Psychologe Prof. Dr. Peter Kruse am letzten Mittwoch, dem 14. April 2010, einen bemerkenswerten Vortrag gehalten: “What’s next? – Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren”. Vorrangig ging es hierbei um diejenigen Netzwerke, die sich auf die neuen Medien gründen oder zumindest das Internet als wesentliches Organisationsmedium begriffen und integriert haben. Und veröffentlicht wurde dieser Vortrag schon als Stream am darauffolgenden frühen Donnerstag, einmal bei netzpolitik.org sowie beim Blog “What’s next”. Die Akustik bei dieser Veröffentlichung ist allerdings weniger als bescheiden. Außerdem wurden nicht alle angegebenen Folien tatsächlich auch verwendet.

Nun hat nextpractice am letzten Freitag diesen Vortrag in drei Teilen bei YouTube hochgeladen (Link führt zum ersten Teil). Die habe ich hier nun wieder zusammengefügt. Die Akustik ist erheblich besser, die verwendeten Folien sind erkenn- und lesbar, und einen Link zum Download gibt es auch (Rechter Mausklick auf den Link und dann “Ziel speichern unter” wählen):

Nachtrag 12.05.2011: Link entfernt.

Viel Freude beim Erkenntnisgewinn!


Nachtrag 12.05.2011: Da es das Video seit inzwischen geraumer Zeit auch bei YouTube vollständig gibt, bette ich dieses hier ein, da ich den so freiwerdenden Speicherplatz gut anderweitig gebrauchen kann. Den Link zum Download habe ich entfernt.

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